Biographie Yu Kosuge

Yu Kosuge wurde 1983 in Tokio geboren. 1993 zog sie nach Europa, um ihre Ausbildung bei Karl-Heinz Kämmerling in Hannover und Salzburg fortzusetzen. In den letzten Jahren wurde sie insbesondere durch András Schiff gefördert und inspiriert.

Mit neun Jahren debütierte sie mit dem Tokyo New City Orchestra. Inzwischen ist die “ausdrucksstarke Persönlichkeit“ (FAZ) wegen ihrer herausragenden Technik, wundervollen Anschlagskultur und ihres durchdringenden Verständnisses für Musik eine der meistbeachteten jungen Pianistinnen der Welt. Das Handelsblatt zählt sie zu der jungen Generation asiatischer Pianisten, die die westliche Spielkultur verinnerlicht hat und jetzt die europäischen und amerikanischen Konzertsäle im Sturm erobert.

Bemerkenswerterweise errang Yu Kosuge ihre internationalen Verpflichtungen ohne spektakuläre Wettbewerbserfolge. Sie gibt über 40 Konzerte pro Jahr und tritt auf den wichtigsten Podien und bei den renommiertesten Festivals auf, in Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein, Rheingau, Köln, München, Wien, Salzburg, Paris, Brüssel, Amsterdam, Zürich, Moskau, St. Petersburg, Tokio, Washington und New York.

Höhepunkte der zurückliegenden Konzertsaisons waren ihr erster Klavierabend an der Carnegie Hall, Konzerte in La Roque d´Anthéron mit der Sinfonia Varsovia unter Jacek Kaspszyk, die Teilnahme mit András Schiff an der Schubertiade Schwarzenberg, die Leitung des Orchestre d´Auvergne vom Flügel aus anlässlich der Folles journées in Tokyo und Nantes, die japanische Premiere von Tan Duns Klavierkonzert „Fire“ mit dem NHK Symphony Orchestra unter der Leitung des Komponisten und eine Tournee mit der NDR Radiophilharmonie Hannover unter Eiji Oue. Im Sommer 2010 sprang Yu Kosuge bei den Salzburger Festspielen innerhalb von 24 Stunden für Ivo Pogorelich ein und spielte Chopins Klavierkonzert Nr. 2 mit der Camerata Salzburg unter Philippe Herreweghe: „... und siehe da: Sie verzauberte mit Chopins 2. Klavierkonzert, ungeheure Energie steckte in dem kontrolliert gesteigerten Crescendi, in den expressiven, aber nicht laut gehämmerten Fortepassagen. Im Largettho hätte man die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören können, so gebannt war das Publikum von dem feinen, doch kraftvoll gesponnenen pianistischen Rankenwerk.“ (Der Standard, 30.07.2010)

Yu Kosuge spielte unter anderem mit dem NDR Sinfonieorchester Hamburg, der NDR Radiophilharmonie Hannover, dem Berliner Sinfonie-Orchester, dem Radio-Sinfonie-Orchester Frankfurt, dem St. Petersburg Symphony Orchestra, dem Orchestre Philharmonique de Radio France, dem Radio Symphony Orchestra Finland, dem RSO Stuttgart sowie mit allen großen Japanischen Orchestern und arbeitete mit so namhaften Dirigenten wie Seiji Ozawa, Rudolf Barschai, Alexander Dmitriev, Sir Roger Norrington, Gerd Albrecht, Lawrence Foster, Sakari Oramo, Christian Arming, Yutaka Sado, Osmo Vänskä, Dennis Russell Davies. Sie ist regelmäßig eingeladen bei den Festivals im Rheingau, in Schleswig-Holstein, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Passau, Braunschweig, Kissingen und bei den Salzburger Festspielen, der Mozartwoche Salzburg, dem Holland Music Festival, dem Piano Festival Lille, dem La Roque d´Anthéron Piano Festival und „La Folle Journée“ in Nantes/Frankreich, Saito Kinen Festival, Japan.

Yu Kosuge ist in Japan bereits ein Star: der Fernsehsender TBS-TV begleitete sie wochenlang in Europa und Japan, um ein Feature für das Fernsehen zu produzieren und sie stand wochenlang auf Platz 1 der Klassik- Charts. Ihre dortigen Tourneen mit dem Finnish Radio Symphony Orchestra unter Sakari Oramo, dem New Japan Philharmonic unter Seiji Ozawa und dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart unter Sir Roger Norrington wurden von der Kritik hoch gelobt und fanden großen Anklang beim Publikum. Ihre Popularität ist mittlerweile so groß, dass innerhalb einer Woche ein zweiter Soloabend in der Kioi Hall organisiert wurde, nachdem das erste Konzert in kürzester Zeit ausverkauft war.

In der Saison 2010/2011 beginnt Yu Kosuge einen Zyklus von Konzerten sowie Aufnahmen (SONY) sämtlicher Klaviersonaten von Beethoven in Osaka und Tokyo, spielt u.a. mit dem Bilbao Orkestra Sinfonika unter Carlos Miguel Prieto, mit dem Orchestre National de Lyon unter Jun Maerkl und kehrt zum NHK Symphony Orchestra unter der Leitung von Vassily Petrenko zurück.

Ihre neueste CD-Einspielung, Mendelssohns Klavierkonzert Nr. 1 und eine Auswahl der „Lieder ohne Worte“ mit dem Mito Chamber Orchestra unter Seiji Ozawa, erschien im September 2009 bei SONY. Es handelt sich dabei um Yu Kosuges zehntes Album. Ihre erste CD mit den Chopin-Etüden (die sie im Alter von 16 Jahren einspielte) wurde von der führenden deutschen Musikzeitschrift „Fono Forum“ mit der Höchstnote von fünf Sternen ausgezeichnet. Seit 2003 steht Yu Kosuge exklusiv bei SONY unter Vertrag. Früchte dieser Zusammenarbeit sind unter anderem eine Einspielung von Liszts 12 Études d´exécution transcendante (2003), Chopins Préludes und Nocturne (2005), Mozarts Klavierkonzerte (2006), Live at Carnegie Hall (2007), und Fantasy (2007).

Neben zahlreichen Preisen sind besonders der 13. Nippon Steel Music Award 2002, der Washington Award 2004 in den USA, der Förderpreis des Deutschlandfunks 2004 und der 17. Idemitsu Music Award 2007 hervorzuheben.

Stand: Mai 2011